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Marokko 2017

Ein Fisch in der Wüste

Story by WOB.EDUCATION April 11th, 2017

Ein Fisch in der Wüste

Die 12. WOB in Marokko im März 2017


Eintauchen, blitzschnell, jedoch in den feinen Wüstensand des Erg Chebbi! Wie ist das möglich? War das eine Schlange, es sollte noch nicht warm genug für sie sein, was war das? Eine kleine Echse mit dem Namen Sandfisch, lateinisch Scincus scincus! Wir waren ziemlich beeindruckt von der Geschwindigkeit der Echse. Laut Professor Rechenberg gibt es bisher noch kein vom Menschen hergestelltes Material, welches glatter ist, weder Stahl, noch Glas, noch Teflon. Der Rieseltest beweist das! - Biologie überflügelt Technologie!


Wieder etwas schlauer, wieder was gelernt und so wandern wir weiter. Dünen rauf Dünen runter, machen Rast und genießen die Aussicht und die absolute Ruhe! Normalerweise! Ein Vorposten der Tuareg Rally stand plötzlich vor uns auf einer Düne! Wir dachten zuerst schon an einen weiteren Film des „Jackie Chan“, der gerade DESERT STORM“ in Marokko dreht, sei vor uns, denn am Vortag drifteten plötzlich 5 große schwarze SUV über die Dünen rauf und runter, verfolgt von einem schwarzroten Hubschrauber! Aber nein, es waren Christian und Edi aus Ulm, sie sind grad angekommen, von der Küste Marokkos bis hierher sind es doch ein paar Kilometer, ca. 800 km. Nun sitzen sie und warten auf die Teilnehmer, 140 Motorradfahrer und 40 Jeeps bzw. Trucks die dran teilnehmen. http://www.tuareg-rallye.com/


Nach 6 wunderbaren Tagen der Ruhe und meditativen Längen in der Sandwüste „Erg Chebbi“, zwischen, je nach Tageszeit und Sonneneinstrahlung wunderbar golden, gelb und orange leuchtenden Dünen. Begleitet von den gemächlich und stoisch dahinschreitenden Dromedaren, nachmittags Zelten aufbauen und morgens Zelten abbauen, marokkanischen Teepausen, üppigen Mengen und leichten Speisen von Gemüse, Cus-Cus, Reis, Nudeln, Rind- und Hammelfleisch, Orangen, selbstgebackenem Brot und Aloysia-Tee (Zitronenverbene) vor dem Schlafen gehen im Küchenzelt oder am Lagerfeuer! Den Sternenhimmel in einer Wüste muss man erlebt haben!


Unendliche Weiten, Märsche von bis zu 20 km pro Tag, bei angenehmer Wärme untertags und relativ milden Nächten. Auf den Dünen sitzend, die Beine in warmen Sand gesteckt, sich wie in einer riesengroßen Sandkiste zu fühlen. Mittags, abends und zum Frühstück wurden wir bewirtet wie kleine Scheichs! Luxus pur!

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„Gott hat die Wüste Geschaffen, um in Ruhe darin wandeln zu können.“

Die Fahrt Richtung Süden führte uns wie immer , über den 2260 Meter hohen Tizzi-n-Tichka - Pass, am Tag vorher hat es hier noch stark geschneit, während es bei uns in der Wüste , über Nacht, stark und anhaltend geregnet und gewindet hat.


Ait Ben Haddou war beeindruckend wie immer, es wird viel renoviert und verschönert. Das Unesco-Kulturerbe ist ein Touristenmagnet. Ein Rundgang durch die kleinen verwunschenen Gassen ist ein echtes Erlebnis. Wie werden sich Russel Crowe, Nicole Kidmann und Kollegen während der Drehaufnahmen hier wohl gefühlt haben?


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„Berber leben hier auf 1300 Meter Höhe. Stolze Burgen, die auch Hollywood liebt.“

Marrakech, die Glitzerstadt in der Wüste berührt! Mraksch bedeutet in der Berbersprache Stadt. Auf dem etwa zwei Fußballfelder großen Djemaa el Fna, dem Platz, der übersetzt „Versammlung der Toten“ heißt, ist es unglaublich bewegt. Seit ihrer Gründung von Berbern vor 1000 Jahren trifft man sich hier zum Tausch und zum Sehen und gesehen werden. Im tiefsten Herzen des Souk finden wir die ruhige Medersa Ben Youssef, die ehemals prächtigste Koranschule des Landes. Ein kleines Stück von unserem Hotel Caspian entfernt befindet sich der Jardin Majorelle mit dem Grabstein des Modeschöpfers Yves Saint Laurent mitten in seinem prächtigen botanischen Garten und dem feinen Berbermuseum. Ein Beweis für den prunkvollen Lebensstil des Großwesirs Moussa ist sein Bahia-Palast, seit dem letzten Jahr um einen weiteren Flügel erweitert.


Hinter dem 70 Meter hohen Kutubia-Minarett, dem Wahrzeichen Marrakechs, wartete der Shuttlebus zum neu eröffneten botanischen Garten von Andrè Heller, seinem Anima. So benannt, weil er hier endlich seinen Frieden gefunden hat und sich so sein Meisterstück gezeichnet und gebaut hat. 25 Meter hohe Palmen wurden ausgegraben und mit größtem Aufwand hierher verpflanzt. Riesenkakteen wurden vor den Baggern in Marrakech gerettet und mit Eisenkäfigen hierhergebracht. Eine großartige Leistung, ein Ort zum Verweilen und zum Genießen! Chapeau!


Markus Feichter, Reisebegleiter & WOB-Gründer


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Allgemeines zu marokko

Hauptstadt: Rabat

Einwohner: 33 Millionen (Italien zum Vergleich 60 Millionen)

Staatsgröße: 459.000 km² (Italien zum Vergleich 300.000 km²)

Regierungsform: Monarchie mit Elementen parlamentarischer Demokratie u. zentralen Vorrechten des Königs

Staatsoberhaupt: König Mohammed VI. von Marokko (seit 1999)

Landessprachen: Arabisch, 3 Berbersprachen, Französisch

Cannabis: Ca. 800 000 Marokkaner leben davon, nicht legal

Analphabetismus: 40 % der Marokkaner können nicht schreiben und lesen

Währung: Dirham (MAD) 100 MAD sind ca. 10 €



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Pädagogischer Hintergrund:

Das Anliegen einer jeden Reise ist es die tiefe Liebe der Kinder zur Schönheit und zur Majestät unserer Welt, aber auch den Enthusiasmus der Jugend, sich tatkräftig in die Welt stellen zu wollen, zu entfalten, indem die Fähigkeit, begegnen zu können, aus eigener Erfahrung gebildet wird – Begegnungsfähigkeit als „Kernkompetenz“, auf der meiner Meinung nach alles Lernen, jede Kultur, ja das Mensch-Sein überhaupt gründet!

Hartmut Lüling, Schulleiter und Gründer der Freien Schule Glonntal.


Die Welt als Schule - Biologie, Religion, Geografie, Mathe, Kunstgeschichte, Geologie, Sprachen ... all dies wird normalerweise im Klassenzimmer an unserer WOB unterrichtet. Nicht so, wenn wir auf Reisen sind, egal ob während der Kunstreise nach Florenz, auf dem Demeter-Hof in Österreich, auf unserer Segelreise nach Korsika oder auf unser Kulturreise nach Marokko, dort kann das alles unverfälscht und Hautnah mit Hand, Kopf und Herz erlebt und gelernt werden.

Markus Feichter, Schulleiter und Gründer der Waldorf Oberstufe Bozen


„Unser Ziel war es die höchsten Dünen des Saharagebiets Erg Chebbi zu erreichen. Jeden Tag mussten wir 4-8 h durch die Wüste wandern. Um unser schweres Gepäck auf den Tageswanderungen nicht selbst tragen zu müssen, hatten wir einige Dromedare dabei, dazu hatten wir einen Koch und einen Gehilfen der auch dem Kameltreiber half. Sie verwöhnten uns jeden Tag mit leckeren einheimischen Gerichten.“

„Geschlafen haben wir in zweier Zelten, die wir jeden Morgen auf und jeden Abend abgebaut haben. Jeden Tag erhielten wir neue Eindrücke von der Wüste, dabei war der unendliche Horizont ein besonderes Highlight.“

Stimmen aus der 12. WOB


Footnote: Pictures and Text Markus Feichter
Marokko